Hôtel des Invalides, Quelle: Wikipedia Commons, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Tour_Eiffel_Les_Invalides.JPGAm 3. Juli 1949 wurde der deutsche Franz Stock in einer öffentlichen Gedenkfeier in der zur Kathedrale erhobenen Kirche Saint-Louis des Invalides, Bischofskirche der römisch-katholischen Diözese der französischen Armee, geehrt. Diese Zeremonie wurde von französischen Widerstandskämpfern organisiert und war die erste offizielle Anerkennung der Verdienste Franz Stocks durch die Französische Republik, eineinhalb Jahre nach seinem Tod.

Am Mittwoch, 3. Juli 2019, 18.00 Uhr -genau 70 Jahre später- wird wieder eine Messe zu Ehren von Franz Stock in dieser außergewöhnlichen Kathedrale stattfinden. Die Organisation liegt in den Händen unserer französischen Schwestervereinigung "Les Amis de Franz Stock".

Vor 70 Jahren hielt Abbé Jean Pihan, ehemaliger Häftling in Fresnes, die Trauerrede für den Gefängnisseelsorger und unterstrich den widersprüchlichen Charakter der Situation: Ein deutscher Priester werde in dieser Kirche geehrt, wo die ruhmreichen französischen Militärführer ruhten, die das Oberkommando gegen den Feind geführt hätten; und dies zudem in Gegenwart einer Trauergemeinde, die sich zum überwiegenden Teil aus ehemaligen französischen Gefangenen zusammensetze. Dieser Priester sei deutscher Bürger gewesen, aber vor allem Bürger des universalen Gottesstaates. Sein Leben habe gezeigt, „dass es keinen Abgrund gibt, den Gottes Erbarmen nicht ausfüllt.“ Der Redner sprach den Wunsch aus, „dass man später in einem befriedeten Europa, in einer endlich geeinten Welt es noch weiß, dass am Anfang ihres Friedens und ihrer Einheit das schlichte Opfer eines Franz Stock steht, der ein Deutscher, ein Freund Frankreichs und Diener des universalen Christus gewesen ist.“

Franz Stock starb am 24. Februar 1948 in Paris. Sein Tod durfte damals aber in der Presse nicht bekannt gegeben werden, da er noch immer den Status eines Kriegsgefangenen hatte. Aus diesem Grunde folgte seinem Sarg nur ein knappes Dutzend Menschen. Von der Familie konnte niemand an der Beisetzung teilnehmen, da sie keine Einreiseerlaubnis erhalten hatten.