Flaggen Frankreich Deutschland (pixabay)Der Deutsch-Französische Tag (22. Januar) wurde ausgerufen, um an die Unterzeichnung des deutsch-französische Freundschaftsvertrages zu erinnern. Der Vertrag bildet seit 1963 das Fundament der engen deutsch-französischen Beziehungen.

Die Regionalen BeraterInnen des Deutsch-Französischen Bürgerfonds haben 2021, da Präsenzveranstaltungen nicht möglich sind, eine Erklärung zur deutsch-französischen Zusammenarbeit aus zivilgesellschaftlicher Sicht verfasst, die wir auch an dieser Stelle veröffentlichen möchten:

Ein Gastbeitrag der Regionalen Beraterinnen des Deutsch-Französischen Bürgerfonds

Neue Unterstützung für ein einzigartiges Netzwerk

Der regelmäßige und gewinnbringende Austausch zwischen tausenden engagierten Bürgerinnen und Bürgern aus Deutschland und Frankreich wurde durch die Covid-19-Pandemie erheblich beeinträchtigt. Zu den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern gehören auch wir… und wir vermissen unsere Kooperationspartnerinnen und -partner im anderen Land!  Anlässlich des Deutsch-Französischen Tages am 22. Januar möchten wir daran erinnern, dass die deutsch-französische Freundschaft in den Zivilgesellschaften beider Länder tief verwurzelt ist. Und dies soll – auch im Sinne eines europäischen Zusammenhalts – trotz der Pandemie so bleiben.

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf Bürgerebene bildet ein einzigartiges, buntes und dicht gewobenes Geflecht zwischen Strukturen, Institutionen, Bildungseinrichtungen, Medienvertretenden, Vereinen, Partnerschaften und engagierten Bürgerinnen und Bürgern, welche dem jeweils anderen Land zugewandt sind. Diese vielfältige Gemeinschaft trägt unzählige Austauschformate und braucht Unterstützung. Wir begrüßen es sehr, dass grenzüberschreitende Akteure nunmehr auf starke Unterstützung zählen können: den Deutsch-Französischen Bürgerfonds.

Sein Start im April 2020 sorgte für eine neue Dynamik, die umso wertvoller war, als die erste Welle des Corona-Virus’ deutsch-französische Treffen abrupt zum Erliegen brachte. Initiiert durch den Vertrag von Aachen, den Bundeskanzlerin Merkel und Präsident Macron im Januar 2019 unterzeichnet hatten, spiegelt der Bürgerfonds den politischen Willen wider, Verbindungen zwischen den Zivilgesellschaften zu stärken, insbesondere Bürgerinitiativen und Städtepartnerschaften.

Angesichts der Vielschichtigkeit der aktuellen Krise ist deutsch-französisches Engagement notwendiger denn je

Dieses Engagement ist heute notwendiger denn je: Die Gesundheitskrise erschwert Begegnungen zwischen Bürgerinnen und Bürgern beider Länder erheblich, die sich abzeichnende wirtschaftliche und soziale Krise birgt das Risiko, dass sich die Anzahl der Projekte und der beteiligten Akteure aufgrund fehlender Ressourcen dauerhaft verringert. Darüber hinaus stehen unsere Demokratien vor einer weiteren Herausforderung: dem Kampf gegen den Rückzug in die eigene Filterblase, gegen fortschrittsfeindliche Bestrebungen und Radikalisierung.

Deutsch-französische Engagierte setzen all dem etwas entgegen: Seit der ersten Infektionswelle sind zahlreiche digitale Austausche der Beweis für die Überzeugung, die Beharrlichkeit und den Einfallsreichtum derjenigen, die die deutsch-französische Freundschaft vor Ort mit Leben füllen. Um nur einige Beispiele zu nennen: digitale Konferenzen, Podcasts, Videoprojekte, virtuelle Ausstellungen und Online-Seminare – jedes dieser Projekte knüpft wertvolle Verbindungen und schafft Raum für einen Dialog, den wir so dringend innerhalb unserer Gesellschaften und auch zwischen den Ländern brauchen.

Unsere Wünsche für 2021

Januar ist immer auch die Zeit der guten Wünsche für das neue Jahr. Wir hoffen, dass physische Treffen so bald wie möglich wieder stattfinden können. Wir werden nicht nachlassen in unserem Engagement und uns mit ganzer Kraft dafür einsetzen, dass deutsch-französische Projekte weiterhin stattfinden können.

Unser Ziel ist es, gemeinsam einzutreten für ein Europa der interkulturellen Begegnungen, des Dialogs zwischen den Kulturen, des praktischen Erfahrungsaustauschs vor Ort und der gemeinsamen Reflexion, um die großen Herausforderungen anzugehen und unsere Gesellschaften voranzubringen.

Unterzeichnet vom Netzwerk der Regionalen Beraterinnen und Berater des Deutsch-Französischen BürgerfondsEingebunden in Strukturen wie Vereinen oder Gemeinden setzen sich die Regionalen Beraterinnen und Berater für die deutsch-französische Zusammenarbeit ein. Vor Ort entwickeln sie Projekte und Ideen mit und motivieren Personen, die deutsch-französisch aktiv werden möchten.


Unterzeichnung Elysée-Vertrag (Quelle: Wikipedia)Der als Élysée-Vertrag bezeichnete deutsch-französische Freundschaftsvertrag wurde am 22. Januar 1963 von Bundeskanzler Konrad Adenauer und vom französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle im Pariser Élysée-Palast unterzeichnet. Dieses Abkommen über die deutsch-französische Zusammenarbeit hat die beiden Nachbarn in Europa nach langer „Erbfeindschaft" und verlustreichen Kriegen seitdem immer mehr zusammengeführt. Der Vertrag verpflichtet beide Regierungen zu Konsultationen in allen wichtigen Fragen der Außen-, Sicherheits-, Jugend- und Kulturpolitik. Ebenso wurden Treffen auf Regierungsebene in regelmäßigen Abständen beschlossen. 

Am 14. Juni 1963 billigte die französische Nationalversammlung den Élysée-Vertrag. Das war der Tag zwischen der Exhumierung der Gebeine von Abbé Stock in Paris am 13. Juni 1963 sowie der Umbettung nach Chartres am 15./16. Juni 1963.

Der Vertrag trat am 2. Juli 1963 in Kraft. Ihm folgte das Gründungsabkommen für das Deutsch-Französische Jugendwerk. In der Folgezeit entstanden zahlreiche Städtepartnerschaften sowie Partnerschaften zwischen Schulen und Vereinen. 56 Jahre nach Unterzeichnung des Élysée-Vertrages wurde durch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Staatspräsident Emmanuel Macron am 22. Januar 2019 im Krönungssaal des Aachener Rathauses ein neuer deutsch-französischer Freundschaftsvertrag unterschrieben, der als „Vertrag von Aachen“ bezeichnet wird.

(Quelle Bild und Textpassagen: Wikipedia)