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Die Reisegruppe am Mont Valérien bei Paris.Anlässlich der Schließung des ‚Priesterseminars hinter Stacheldraht’ (Le Séminaires de barbelés) in Chartres / Le Coudray vor 70 Jahren, am 05. Juni 1947, führte das Komitee vom 26. Juni bis 02. Juli 2017 eine Fahrt nach Frankreich auf Spuren von Franz Stock durch.

Erstes Ziel war Paris. Die Unterkunft befand sich neben dem Gefängnis La Santé, in dem Franz Stock Verurteilte betreut hat. So war bereits dadurch ein Bezug zum Inhalt der Fahrt hergestellt. Nach einem ersten Eindruck dieser so lebendigen, frequentierten Stadt – ein Besuch von Notre Dame war wegen der langen Wartezeit nicht möglich -, und einem gemeinsamen Abendessen mit Vertretern der französischen Freunde ‚Les Amis de Franz Stock’ begann am zweiten Tag die intensive, eindrucksvolle und nachdenkliche Begegnung mit Orten, an denen Franz Stock gewirkt hatte.

Pfarrer Hirlinger, der neue Leiter der Katholischen Gemeinde in Paris, stellte in der Kirche dieser Gemeinde, die Franz Stock von 1934 bis 1944 geleitet hatte, diese vor. Seine einfühlsame Erläuterung der Altar- und Fensterbilder von Siger Köder gaben eine Einführung in das dortige Wirken von Franz Stock. Vertieft wurde dieser Eindruck in der Kirche Saint-Louis des Invalides, der Bischofskirche der französischen Armee, direkt neben dem Invalidendom, durch das Verlesen einer Predigt von Abbé Jean Pihan. In dieser hatte er bei der ersten öffentlichen Gedenkfeier für Franz Stock am 03.07.1949 dessen Person und Wirken gewürdigt. Die Wirkung des Besuches des Mont Valerien, wo Franz Stock über 1000 zum Tode Verurteilte bis zu ihrem Tode begleitet hat, kann jeder Teilnehmer nur für sich selbst beschreiben. Ein Blumengesteck, niedergelegt vor der Erinnerungstafel am Orte der Erschießungen, erinnert an den Besuch. Die anschließende ausgeweitete Rückfahrt durch die Stadt und die abendliche Stadtrundfahrt nach dem Abendessen lenkten die Gedanken wieder in die turbulente Gegenwart.

Besuch Europäische Begegenungsstätte Franz Stock Chartres / StacheldrahtseminarDer Mittwoch führte nach Chartres. Nach Gang durch die Stadt mit Marktbesuch stand am Nachmittag eine eindrucksvolle Führung durch die Kathedrale mit ihren wundervollen Fenstern auf dem Programm. Gleichzeitig bot sich daran aber auch der kundig geführte Besuch der derzeitigen Ausstellung „Lumières du monde – Panorama international du vitrail contemporain“ an, der ein erstaunliches Panorama internationaler zeitgenössischer Glasmalerei unterschiedlichster künstlerischer Ausdrucksformen bot. Diese Glasbilder waren in der Glasmalerei Peters in Paderborn hergestellt. Abgeschlossen wurde der Tag mit einem Besuch des ‚Stacheldrahtseminars’. Nach einer Führung durch das Gebäude wurde die Begegnung mit den Freunden aus Chartres bei einem gemeinsamen Abendessen vertieft. Beendet und abgerundet wurde dieser Tag durch das Verlesen der Rede von Franz Stock, mit der er sich am 26.April 1947 kurz vor Schließung des Seminars an die Seminaristen wandte und die Abbé Pihan eine ‚prophetische’ genannt hat.

Nach einer gemeinsamen Messe in der Grabeskirche von Franz Stock in Rechèvres ging es weiter nach dem mit der Erzdiözese Paderborn eng verbunden Le Mans mit geführtem Besuch der Kathedrale, einem kurzen Besuch des Bischofshauses und der Altstadt. Avranches war am Abend Übernachtungsziel. Der Besuch des dortigen Botanischen Gartens hatte zwei Überraschungen für uns: Den Blick auf den Mont Saint Michel, der am nächsten Tag Ziel war, und ein Regenschauer, der alle überraschte und auch auf Regenschirme keinen Rücksicht nahm.

Ein Besuch des Mont Saint Michel ist wenig erklärungsbedürftig. Ist seine Abtei einer der größten erhaltenen Baukomplexe des europäischen Mittelalters und eines der bekanntesten und meistbesuchten Monumente der Welt. Doch dort an der 12 Uhr Messe in der Abteikirche des Benediktinerklosters teilnehmen zu können, war wahrlich ein inhaltlicher Höhepunkt.

Der Besuch von Saint Malo und anschließendem Überraschungsessen in einem kleinen Fischrestaurant waren dem zweiten Teil des Tages vorbehalten.

Von Avranches ging es am vorletzten Tag weiter. Unterbrochen wurde die Fahrt durch den Besuch des an der Seinemündung liegenden Städtchens Honfleur. Dieser Ort mit seinen pittoresken Häusern, der sehenswerten St. Catharinen-Kirche, dem Hafen und dem samstägliche Markt ist einer der reizvollsten Orte der Normandie. Über die Pont de Normandie, eine Schrägseilbrücke, die mit 856 m die größte Spannbreite in Europa besitzt, ging es zum letzten Ziel, Amiens. Durch Pfarrer Wilfried Göddecke, Dortmund, hatten wir die Möglichkeit uns ohne andere Besucher ab 17.00 Uhr die Kathedrale erklären zu lassen und in der Apsis die Abschlussmesse feiern zu können.

Nach so vielen Erlebnissen und Eindrücken fuhr uns am Sonntag, 02.07., unser überragender Fahrer wieder zum Ausgangspunkt. (Thomas Bertram)

 


Vorbericht:

chartrktSchon mehrfach sind wir gefragt worden, wann das Komitee mal wieder eine Fahrt nach Frankreich anbietet. Es fehlte u.a. ein Anlass. Dieser ist in diesem Jahr gegeben: die Schließung des Stacheldrahtseminars vor 70 Jahren am 05. Juni. Nachdem es gelungen ist, 15 DZ und 3 EZ in Paris (!), Chartres, Avranches und Amiens zu erschwinglichen Preisen zu buchen, steht nun auch insgesamt der Reiseverlauf.

Von Montag, 26. Juni bis Sonntag, 02. Juli 2017, geht die Fahrt.

Sie führt zuerst nach Paris für zwei Übernachtungen. So gibt es Zeit für den Besuch des Mont Valérien, der Kirche Saint-Jaques-du-Haut-Pas, der Kirche der Deutschen Katholischen Gemeinde und auch der Stadt. Anschließend steht Chartres auf dem Programm, wo die Kathedrale besichtigt und am Abend ein Treffen im Stacheldrahtseminar mit den Les Amis de Franz Stock sein wird. Am nächsten Tag fahren wir nach einer Messe in der Grabeskirche von Franz Stock in Rechèvres nach Le Mans. Dort wird Domkapitular em. Gisbert Wisse durch die Kathedrale führen. Anschließend geht es nach Avranches für wiederum zwei Übernachtungen. Am nächsten Tag (Fr. 30.06.), besuchen wir den Mont-St-Michel und Saint Malo. Am 01.07. geht es durch die Normandie bis Amiens. Dort wird Pfarrer Göddecke durch die Kathedrale führen. Am Sonntag, 02.07. geht es von dort nach einer Messe zurück nach Arnsberg-Neheim.

Kontakterson: Brigitte Blei-Alberti, e-Mail an This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.. Für Rückfragen steht sie unter der Tel.-Nr. 02932 31518 zur Verfügung.

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