Joseph Kardinal Ratzinger.... Ich darf Ihnen versichern, dass mir die große Gestalt von Franz Stock seit langer Zeit vertraut ist. Für seine Seligsprechung werde ich mich bei der Kongregation für die Heilig- und Seligsprechungsverfahren einsetzen. ...   im November 2004

Pressebericht der Westfalenpost
Regionalseite Neheim-Hüsten vom 15.01.2005

Wichtiger Fortschritt für Franz Stocks Seligsprechung

Die Seligsprechung des Neheimer Gefangenenpriesters Franz Stock ist einen deutlichen Schritt vorangekommen. Die WP erfuhr von einem Schreiben des einflussreichen Kardinals Ratzinger im Vatikan. Darin schreibt Ratzinger, dass er sich für Franz Stocks Seligsprechung bei der Kongegration für die Heilig- und Seligsprechungen einsetzen werde.

Als Vorsitzender der Glaubenskongregation hat die Stimme von Joseph Kardinal Ratzinger großes Gewicht im Vatikan. Bei Ratzingers Schreiben handelt es sich um einen persönlichen Brief an den ehemaligen Weggefährten Franz Stocks, Theodor Heimann aus Unna. "Heimann hatte Stock in dem ,Stacheldrahtseminar´ erlebt, das von 1945 bis 1947 für gefangene deutsche Theologiestudenten in Chartres bestand", berichtete auf WP-Anfrage der stellvertretende Vorsitzende des Franz-Stock-Komitees, Heinz Rosen. Heimann hatte sich am 27. Juli 2004 in einem Brief an Ratzinger für die Seligsprechung Stocks eingesetzt. Am 12. November 2004 hatte Ratzinger den Antwortbrief mit der für das Franz-Stock-Komitee absolut ermutigenden Aussage formuliert. Auch der Vorsitzende des Franz-Stock-Komitees Deutschland, der Neheimer Pfarrer Franz Schnütgen, ist sehr erfreut über Ratzingers Brief: "Wir fühlen uns ermutigt."

Diözese Paris zuständig Heinz Rosen berichtete, dass das Verfahren für Stocks Seligsprechung viele Jahre nicht so recht vorangekommen sei. Kirchenrechtlich sehe es so aus, dass stets die Diözese, in der der Aspirant für die Seligsprechung gestorben sei, dafür zuständig sei, das Seligsprechungsverfahren zu beantragen und zu begleiten. Im Fall Franz Stocks sei die Erzdiözese Paris zuständig. Aber vor einigen Jahren erhielt die Pariser Erzdiözese vom Vatikan die Nachricht, dass nach kanonischem Recht das Seligsprechungsverfahren für Franz Stock ruhe. "Gründe hierfür wurden von der zuständigen Kongregation - wie in anderen Fällen auch - nicht genannt", sagte Rosen. Zu Spekulationen um die Gründe, die das Verfahren damals hemmten, wollte sich Rosen nicht äußern.

Der Vize-Chef im Franz-Stock-Komitee weist vielmehr auf weitere ermutigende Nachrichten für das Seligsprechungsverfahren hin. Zu den Fürsprechern von Stocks Seligsprechung habe schon vor vielen Jahren der Paderborner Erzbischof Degenhardt (») gehört. Das deutsche und französische Franz-Stock-Komitee setzten sich seit vielen Jahren für Stocks Seligsprechung ein. In den 80er Jahren gab es einen in Saarlouis ansässigen Arbeitskreis "Seligsprechung Franz Stock".

Zurzeit setzt sich auch Bischof Aubertin (Chartres) im Auftrage des Pariser Erzbischofs und Kardinals Lustiger für Stocks Seligsprechung ein. Dabei wird immer wieder an Stocks vorbildlichen christlicher Einsatz im Zweiten Weltkrieg erinnert: Als Gefängnis-Seelsorger in Frankreich stand er vielen Nazi-Opfern bis zum Tode bei.

von Martin Schwarz