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Dr. Helmut Kohl, Bundeskanzler

Helmut Kohl, BundeskanzlerBundeskanzler Dr. Helmut Kohl
Auszüge aus der Rede von nach Beendigung des Mittagessens, das ihm zu Ehren am Sonntag, dem 1. März 1998, anläßlich des 50. Todestages von Abbé Franz Stock am Bischofssitz in Chartres gegeben wurde.

Dies ist ein sehr wichtiger Tag in meinem Leben.
Was ich empfinde? Meine Gefühle sind die eines Deutschen, der seine Jugend in der nahe Frankreich gelegenen Region verbracht und zu Kriegsende als Fünfzehnjähriger mit seinen Kameraden geschworen hat: "Nie wieder!"

Ich bin deutscher Europäer und europäischer Deutscher, so wie Sie europäische Franzosen und französische Europäer sind. Die Hauptsache ist, daß wir gemeinsam fähig sind, Frieden und Freiheit zu bewahren.

Eines der wichtigsten Daten in meinem Leben ist der 23. Dezember vergangenen Jahres, an dem ich von Deutschland nach Bosnien aufbrach. 90 Minuten später befand ich mich in Sarajevo, einer Stadt in Trümmern. Das hat mich tief erschüttert; ich fühlte mich an meine Heimatstadt Ludwigshafen am Ende des Zweiten Weltkrieges erinnert. In Sarajevo ist ein ehemaliger Sportplatz, der als Tennisplatz diente, in einen Friedhof verwandelt worden, auf dem 10000 Zivilisten ruhen, darunter 1500 Kinder. Krieg ist etwas Entsetzliches.

Der heutige Tag enthält für mich die Botschaft: In der Finsternis sahen wir ein Licht Leuchten – das Vorbild von Abbé Stock. Abbé Stock, dem zu Ehren wir hier versammelt sind, war weder ein Intellektueller noch ein großer Kirchenmann, sondern einfach ein aufrichtiger Mensch. Er lebte Menschlichkeit, er kannte keine Rassen- oder Nationalitätenunterschiede. Er hatte die zehn Gebote begriffen und lebte nach jedem Gebot, in dem alle übrigen enthalten sind: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!"

Ein Tag wie der heutige wirkt motivierend. Mein größter Wunsch, Eminenz, entspricht dem letzten Satz Ihrer Predigt, daß nämlich Abbé Stock seliggesprochen wird.

Das Kreuz, das wir in uns tragen, ist ein Zeichen der Liebe. Ich bin Überzeugt, daß Europa keinerlei Zukunft hat, wenn es im Materiellen verhaftet bleibt. Ich Kämpfe auch für die Rückbesinnung auf die geistige Einheit unseres Kontinents, weil ich nicht möchte, Daß das Europa, das wir aufbauen wollen, materialistisch wird.

Dieses Jahrhundert geht in zwei Jahren zu Ende, ein neues Jahrhundert bricht an, aber unsere Aufgabe bleibt der Aufbau des vereinigten Europa. Zwei Drittel der Franzosen wie der Deutschen, die heute leben, sind nach dem Krieg geboren. Arbeiten wir alle gemeinsam daran, eine friedliche Welt zu schaffen, wie Abbé.

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